CSDDD auf den letzten Metern: Einigung erzielt

Nach ausführlichen Verhandlungen haben der Europäische Rat und das Europäische Parlament nun vorläufige Einigungen bezüglich der Regelung des EU-Lieferkettengesetzes, der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), erzielt. Ziel der Richtlinie ist es, Menschen- und Umweltrechte in Lieferketten zu stärken.

Um was geht es in der CSDDD?

Unternehmen sollen mittels der CSDDD zur Achtung von Menschenrechten und Umwelt verpflichtet werden. Das Hauptziel ist dabei, negative soziale und ökologische Auswirkungen entlang der Lieferkette zu identifizieren, einzudämmen und zu vermeiden. Wesentlich ist daher, dass sich die Sorgfaltspflichten der Unternehmen nicht nur auf den eigenen Geschäftsbereich beziehen. Auch die vor- und nachgelagerten Aktivitäten der Lieferketten wie bspw. die Entsorgung werden ins Visier genommen. Dafür müssen Unternehmen potenzielle und tatsächliche negative Auswirkungen für Umwelt- und Menschenrechte ermitteln. Mit der CSDDD werden außerdem die internationalen Klimaschutzziele verfolgt. In diesem Rahmen müssen Unternehmen einen transition plan vorlegen, in dem sie zeigen, wie ihr Geschäftsmodell und -strategie zur Erreichung des 1,5 Grad Ziels des Pariser Klimaabkommens beiträgt.

Die CSDDD sieht außerdem eine zivilrechtliche Haftung vor. Betroffene negativer Auswirkungen (inklusive Gewerkschaften und NGOs) können innerhalb einer Frist von fünf Jahren Schadenersatzansprüche geltend machen. Außerdem wird die Offenlegung von Beweisen, Unterlassungsmaßnahmen und Prozesskosten für Kläger:innen begrenzt.

Die Sanktionen bei Verletzung der Verpflichtungen können sich gemäß der Einigung auf 5% des Nettoumsatzes belaufen und werden von den nationalen Aufsichtsbehörden verhängt. Für die Aufsichtsbehörden hat die Kommission angekündigt, ein europäisches Netzwerk (European Network of Supervisory Authorities) zu gründen.

Welche Unternehmen sind von der CSDDD betroffen?

Die Verpflichtungen sind in sämtlichen Situationen nicht nur auf den Mutterkonzern anzuwenden, sondern gelten ebenso für die Wertschöpfungsketten von Tochtergesellschaften.

Ausgenommen von der Anwendung der CSDDD ist zunächst die Finanzbranche. Die Einigung enthält lediglich eine Überprüfungsklausel für eine spätere Einbeziehung der Finanzbranche. Diese Entscheidung stößt auf Kritik z.B. durch Germanwatch, da Finanzdienstleistungen durch Investitionen und Kredite maßgeblich Einfluss haben auf Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen.

CSDDD und LkSG

Das deutsche Lieferkettengesetz wird nachgeschärft werden und in mehreren Punkten überarbeitet werden müssen, denn die CSDDD ist umfassender als das deutsche Lieferkettengesetz. Die Anpassung betrifft vor allem den Anwendungsbereich, Präzision von Definitionen und Verpflichtungen. Nichtsdestotrotz kann die CSDDD als Ausweitung des LkSG verstanden werden. Bisherige ergriffene Maßnahmen von Unternehmen, um das LkSG zu erfüllen, stellen also einen guten Ausgangspunkt für die Erfüllung der CSDDD dar.

Für einen kompakten Überblick zu den Fakten des LkSG und zum CSDDD haben wir ein Factsheet für Euch vorbereitet.

Factsheet

LkSG & CSDDD im Vergleich

Zeitplan der CSDDD und nächste Schritte

Nach der formellen Annahme der Einigung wird die EU in Kürze den finalen Text der Richtlinie mit allen Details veröffentlichen. Nachdem die Richtlinie in Kraft getreten ist, haben die EU-Mitgliedsstaaten zwei Jahre lang Zeit, um sie in ihr nationales Recht umzusetzen.

Weiterführende Informationen enthält die Pressemitteilung der EU. Außerdem werden die finalen Texte der CSDDD weitere Klarheit für betroffene Unternehmen schaffen.

Neueste Posts & Insights

CSRD WeShyft
Berichterstattung

CSRD-konforme Berichterstattung mit WeShyft

Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) nach dem ESRS (European Sustainability Reporting Standard) stellt für viele Unternehmen eine große Herausforderung dar. In diesem Blogartikel erfährst Du, wie WeShyft Dein Unternehmen unterstützen kann, um diese Herausforderung zu meistern.

weiterlesen ➟
ESRS Klimabilanzierung
ESRS

Klimabilanzierung nach dem ESRS

Der ESRS E1 ist der Berichtsstandard der CSRD für das Thema Klimawandel. Wie dieser Standard aufgebaut ist, wie die Klimabilanzierung nach diesem Standard aussieht und die Interoperabilität zu anderen Standards klären wir in diesem Artikel.

weiterlesen ➟
CBAM Carbon Border Adjustment Machanism
Klimaschutz

CBAM – das CO2 Grenzausgleichssystem der EU

Der CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) ist am 01. Oktober 2023 in Kraft getreten und wurde damit zur Pflicht für viele Importeure in der EU. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Hintergründe und Inhalte sowie zu Zeitplan und Anforderungen für betroffene Unternehmen des CBAM. Die erste Frist ist bereits am 31. Januar 2024, zu der CBAM-Berichte bei der EU-Kommission eingereicht werden müssen.

weiterlesen ➟

Powerpoint downloaden

WeShyft verpflichtet sich, Ihre Privatsphäre zu schützen und zu respektieren. Wir verwenden Ihre persönlichen Daten nur zur Verwaltung Ihres Kontos und zur Bereitstellung der von Ihnen angeforderten Produkte und Dienstleistungen. Von Zeit zu Zeit möchten wir Sie über unsere Produkte und Dienstleistungen sowie andere Inhalte, die für Sie von Interesse sein könnten, informieren. Wenn Sie damit einverstanden sind, dass wir Sie zu diesem Zweck kontaktieren, geben Sie bitte unten an, wie Sie von uns kontaktiert werden möchten:

Datenschutz*

Newsletter*

test neues popup

hubspot code